Führung bedeutet Klarheit schaffen, Strukturen aufbauen, an denen sich andere orientieren können. Soweit so gut. Aber warum soll dies denn Gutmütigkeit ersetzen werden sie sich fragen?
Dazu möchte ich erstmal folgendes klarstellen: Das Gegenteil von Gutmütigkeit ist Boshaftigkeit. Nicht gutmütig zu handeln bedeutet jedoch nicht automatisch, boshaft zu sein. Im Sinne unseres Verständnisses von Führung ist jedoch Gutmütigkeit keine unbedingt ausschließlich positive Eigenschaft. Nämlich dann, wenn Gutmütigkeit zu Lasten der Klarheit gelebt wird. Beispiel? Sie sind ein gutmütiger Chef und lassen Ihren Mitarbeitern gerne die Wahl. Auf die Frage wann sie sich denn treffen wollen antworten Sie mit: „Normal um 9, wenn es Ihnen aber früher oder später lieber ist, geht auch 8,9:30 oder 10 Uhr“ Klingt super, oder? Der Mitarbeiter kann sich aussuchen wann es ihm am besten passt. Das nenne ich mal Gutmütigkeit. Dieser Mitarbeiter kann nur vor Mitivation und Zufriedenheit strotzen.
Von wegen. Denn diese Gutmütigkeit birgt etliche Gefahren, die durch Klarheit hätten vermieden werden sollen.
Fall 1: der ewig neidische Kollege
Dieser bekommt mit, dass Chef sich erst um 10 mit der Kollegin trifft, bei ihm aber immer um 9 auf der MAtte steht. Die kann viel mehr erledigen als ich bevor der Chef kommt. Bei mir ist der immer früher und. bleibt auch noch länger. Nur bei der… Sie können sich vorstellen wie das weitergeht.
Fall 2: der MA reagiert anders als erhofft
Der MA mag sie und hat nichts dagegen, dass sie schon um 8.30 zum Termin erscheinen. Nun haben sie aber um 8 einen Telefontermin und hatten es für unwahrscheinlich gehalten, dass 8:30 vorschlägt. Sie kommen nun in leichten Zeitdruck.
Genauso passiert dies, wenn der MA 10 Uhr vorschlägt, denn sie haben einiges mit ihm zu besprechen an diesem Tag und wollen dennoch ihre Tagesziele erreichen. Wenn sie erst um 10 kommen, scheint dies ein zu langer Tag zu werden und es droht die Gefahr, dass sie nicht alles zu r Sprache bringen können, was sie sich vorgenommen hatten.
In allen drei Fällen wäre Klarheit statt Gutmütigkeit die Lösung ihrer Probleme und damit die korrekte Führungsstrategie gewesen. Denn Ihre Mitarbeiter kennen ihren Zeitplan nicht und müssen ihn auch nicht beachten, wenn sie Ihnen die Wahl lassen. Sie könnten alternativ ihre Termine offen legen und dem Mitarbeiter komplizierte Zeifenster zur Auswahl geben, die Ihnen passen oder sie machen das was man von Ihnen als Führungskraft erwarten kann und sorgen für Klarheit und den entsprechenden Rahmen.
9 Uhr, wie immer, wie bei jedem Mitarbeiter.
Klarheit, das ist es was vielen Mitarbeitern fehlt. Viele einzelne Fähigkeiten zeichnen Ihre Mitabreiter aus und machen sie zu wertvollen Bestandteilen Ihres Unternehmens. Vielen fehlt jedoch Klarheit in den übergeordneten Strukturten, der Rahmen in dem sie sich bewegen können und dürfen, Kalrehit im Handeln und Tun. Viele handeln intuitiv richtig, beispielsweise im Vertrieb. Die meisten Verkäufer haben intuitiv ein Gespür dafür wie sie mit dem gegenüber umgehen. Wenn diese Mitarbeiter sich aber bewusst machen und klar darin sind, was sie im Gespräch so gut machen, können sie dies bewusst wiederholen und in jedem Gespräch für sich nutzen. Diese Klarheit zu schaffen ist ihre Aufgabe als Fürhungskraft oder in diesem Fall als Coach.
wenn es zum BEispiel darum geht eine neue Technik anzuwenden, steht man vor dem großen Mysterium des Neuen. Wo fange ich denn jetzt an? Im Vertrieb habe ich dabei eine ganz einfache MEthode entwickelt. Klarheit durch Struktur. Ich überlege mir ganz genau wie das optimale Verkaufsgespräch (das so niemals stattfindet) aussehen soll in Punkto, knackiger Einstieg, aller wichtigen KErnaussagen die ich transportieren möchte und einem zielführenden Abschluss, Beispiel Neuprodukteinführung:
- Einstieg mit Bild, OFFENE FRAGE „Woran erinnert sie das?“
- Aufgreifen der Antworten, HYPNOTISCHES SPRACHMUSTER „Wenn es da… Gäbe, wäre das interessant für Sie?“
- PRODUKTPRÄSENTATION mit Vorteile und Nutzen, Anwendungsgebiete,
- HYPNOTISCHES SPRACHMUSTER „natürlich ist es wichtig, dass… Sehen Sie das auch so?“ Kampagne vorstellen
- ABSCHLUSS „deshalb ist es jetzt entscheidend, dass wir Xy auch bei Ihnen platzieren, dazu haben wir ein Einführungsangebot…Sind Sie dabei?“
Das ist meine Struktur des idealen Gesprächs. Durch meine Produktkenntnisse und den Gesprächsunterlagen, bin ich so in der Lage jedes Gespräch mit Leben zu füllen. Ich habe eine klare Gesprächstruktur. Großgeschrieben habe ich dabei die Techniken, die zur Anwendung kommen sollen. Anhand dieser Struktur kann ich nun das Gespräch meiner Mitarbeiter beobachten und danach mit dem Fördergespräch auf die entscheidenden Punkte hinarbeiten. Doch zum Thema Coaching an anderer Stelle mehr…
Ich habe als Klarheit als Grundprinzip der Führung, ob beim Coaching, bei der Vermittlung von Vorgaben, Zielen und Handlungsanweisungen. Klarheit ist das A und O.
Und ganz besonders sollte sich jede Führungskraft über sich selbst im Klaren sein. Was bedeutet das?
In meinen Augen braucht eine Führungskraft die unbedingte Fähigkeit zur Selbstreflexion. Wer führen will, muss sich seiner Selbst klar sein. Wer bin ich und wenn ja wie viele?
Nach diesem Motto sollte sich jede FK folgende Fragen regelmäßig und vor allem zu BEginn der Führungstätigkeit stellen:
- Was sind meine Werte für die ich als FK einstehe?
- Was können meine Mitarbeiter von mir erwarten?
- Was erwarte ich von meinen Mitabreitern?
- Was sind meine Stärken?
- Was möchte ich noch an mir weiterentwickeln?
- Was macht mich als Person aus, was gibt mir Authentizität?
- Was hat sich verändert? (Zur Überprüfung der Fragestellungen nach dem ersten Durchgang)
Erst wenn sie auf diese Fragen mindestens 3 aussagekräftige Antworten finden, sind sie darauf vorbereit mit Klarheit und Struktur zu führen. Denn nun kennen Sie sich selbst ein Stückchen besser. Die Krone setzen Sie sich auf, wenn sie Ihr Selbstbildnis mit einem Fremdbild einer vertrauten Person abgleichen, von der Sie Antworten auf die gleichen Fragen einfordern. Schaffen sie Klarheit über sich selbst und geben Sie dann Klarheit und Struktur an Ihre Mitarbeiter weiter. Das ist unsere Aufgabe als Führungskraft.
Wodurch schaffen Sie Klarheit und Struktur bei Ihren Mitarbeitern?
Schreiben Sie es mir in den Kommentaren.
Kristallklare Grüße
P.M.